MACD Moving Average Convergence Divergence - signal4friends.de

Moving Average Convergence Divergence Indicator (MACD)

Der MACD basiert auf zwei gleitenden Durchschnitten. Der Entwickler des MACD, G. Appel, verwendete für die Berechnung des MACD exponentiell gleitende Durchschnitte EMA, da diese reaktionsschneller sind als einfach gleitende Durchschnitte SMA.

Der MACD ist die Differenz zwischen einem exponentiellen Durchschnitt mit kurzer Berechnungsperiode sowie einem exponentiellen Durchschnitt mit langer Berechnungsperiode.

In der Standardeinstellung werden für den kurzen Durchschnitt 12 Tage verwendet und für den langen Durchschnitt 26 Tage. Aus der Umrechnung der n Tage in den Gewichtungsfaktor Alfa ergeben sich folgende Zahlenwerte für Alfa (siehe auch Beschreibung exponentielle Durchschnitte EMA).

Für n = 12 ergibt sich daraus: Alfakurz = 0,154
Für n = 26 ergibt sich daraus: Alfalang = 0,074

Der Name des MACD rührt daher, dass die beiden exponentiellen Durschnitte sich je nach Trend voneinander entfernen oder aufeinander zulaufen und sich bei Trendwechseln kreuzen können.

DAX Schlusskurs mit EMA 12 und EMA 26  

Bild:   DAX Schlusskurse und EMA 12 sowie EMA 26

Aus dem Bild oben bei den Datensätzen Nummer 3645 bis 3660 schön beobachtet werden, wie sich durch den starken Anstieg der DAX-Schlusskurse der Abstand der beiden exponentiellen Durschnitte vergrößert (divergieren = auseinanderlaufen). Erst als der DAX wieder abfällt, reagiert zunächst der schnellere exponentielle Durchschnitt und dann der längere exponentielle Durchschnitt. Beide Durchschnitte laufen dann aufeinander zu (konvergieren) und kreuzen sich bei Datensatz 3680.

Nun wird noch eine sogenannte Signallinie auf den MACD berechnet mit einer exponentiellen Glättung von 9 Tagen.

Für n = 9 ergibt sich daraus: AlfaSignal = 0,200

Somit ergeben sich folgende Berechnungsformeln für den MACD Indikator: 

 Bild MACD Formel Teil 1

Dabei ist x(t) der aktuelle Schlusskurs des DAX.

Die Signallinie des MACD Indikators wird nach folgenden Gleichungen berechnet:

 Bild MACD Formel Teil 2

Der MACD weist gleich mehrere Eigenschaften auf:

Signalgeber: der MACD kann Ein- und Ausstiegsignale liefern. So gilt ein Schnittpunkt des MACD mit seiner Nulllinie von unten nach oben als Einstiegssignal für (weiter) steigende Kurse im Basiswert. Ein Schnittpunkt des MACD mit seiner Nulllinie von oben nach unten gilt hingegen als Einstiegssignal für (weiter) fallende Kurse im Basiswert. Umgekehrt können die Schnittpunkte auch als Ausstiegssignale verwendet werden.

Trendfolge: der MACD vollzieht die Maximal- und Minimalwerte des Basiswertes zeitverzögert nach.

Trendrichtung: wenn der MACD Indikator Werte, die größer als null sind aufweist, dann liegt im Basiswert ein steigender Trend vor. Bei negativen Werten des MACD liegt im Basiswert ein fallender Trend vor.

Trendstärke: Je größer die positiven bzw. negativen Werte des MACD Indikators sind, desto stärker ist der Trend. Im Detail ergeben sich folgende Fallunterscheidungen:

·       Liegt der MACD Indikator über der Nulllinie und steigt weiter an, so verstärkt sich der Aufwärtstrend im Basistitel.

·       Liegt der MACD Indikator über der Nulllinie und schwächt sich ab, so schwächt sich auch der Aufwärtstrend im Basistitel ab bzw. die Kurse im Basistitel fallen schon wieder.

·       Liegt der MACD Indikator unter der Nulllinie und fällt weiter ab, so verstärkt sich der Abwärtstrend im Basistitel.

·       Liegt der MACD Indikator unter der Nulllinie und steigt wieder an, so schwächt sich auch der Abwärtstrend im Basistitel ab bzw. die Kurse im Basistitel steigen schon wieder.

Trendfilter: die Nulllinie (nicht die Signallinie!) des MACD Indikators kann genutzt werden, um Kauf- und Verkaufssignale zu filtern. So können z.B. nur Kaufsignale gehandelt werden, wenn der MACD Indikator und seine Signallinie sich unterhalb der Nulllinie schneiden; umgekehrt werden Verkaufssignale nur gehandelt, wenn der MACD Indikator und seine Signallinie sich oberhalb

Trendwechsel: Schnittpunkte des MACD Indikators mit seiner Signallinie bzw. mit der Nulllinie gelten Anzeichen für mögliche Trendwechsel. Insofern ist der MACD Indikator auch ein Oszillator.

·       Schneidet der MACD Indikator seine Signallinie von unten nach oben, so signalisiert dieser Schnittpunkt einen Wechsel von einem fallenden Trend hin zu einem ansteigenden Trend.

·       Schneidet der MACD Indikator seine Signallinie von oben nach unten, so signalisiert dieser Schnittpunkt einen Wechsel von einem steigenden Trend hin zu einem fallenden Trend.

Das folgende Bild zeigt die Schnittpunkte des MACD Indikators und seiner Signallinie. Dem Bild kann entnommen werden, dass die Einstiegssignale für steigende Kurse (gründe Pfeile) in der Tendenz erst relativ spät zustande kommen, wenn schon die Hälfte oder mehr des Kursanstieges vorbei ist.

 Bild DAX mit MACD und MACD Signallinie

Bild: DAX Schlusskurse mit MACD Indikator und Signallinie

Da der MACD Ende der siebziger Jahre entwickelt wurde, sind vermutlich die Standardeinstellungen 12/26/9 Tage für die exponentiellen Durchschnitte eher zu lange gewählt, d.h. ein Trendwechsel wird (häufig) zu spät angezeigt, da die heutigen Märkte wesentlich schneller ihre Trendrichtung ändern als noch in den 1970er Jahren.

Insofern muss mit den Einstellungen des MACD experimentiert werden, bzw. die zeitlichen Abstände der Hoch- und Tiefpunkte des Basiskurses sollten ermittelt werden, um bessere Einstellungen für die Signale zu finden.

Ebenso können natürlich auch andere gleitende Durchschnitte für die Berechnung eines „modifizierten“ MACD-Indikators herangezogen werden.

Abschließend sei an dieser Stelle noch auf die Möglichkeit der sogenannten Divergenz-Analyse hingewiesen. Dabei wird beobachtet, dass neue Hochpunkte im Basistitel keine neuen Hochpunkte im MACD Indikator ausbilden. Dies ist ein Hinweis auf eine mögliche Schwäche im vorherrschenden Trend. Es gibt natürlich auch die umgekehrte Divergenz, d.h. während der Basistitel neue Tiefpunkte ausbildet, werden diese vom MACD Indikator nicht nachvollzogen; dies wäre dann ein Hinweis auf einen sich abschwächenden Abwärtstrend.