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Relative Strength Index RSI

Der Relative Strength Index („relative Stärke Index“), kurz RSI genannt ist ein sogenannter Momentum-Indikator, der von W. Wilders entwickelt wurde.
Ich halte diesen Indikator für einen sehr wichtigen Indikator, der überkaufte und überverkaufte Situationen sehr gut darstellt.


Berechnung des Relative Strength Index RSI

Es werden die letzten n Schlusskurse berücksichtigt. In verschiedenen Charttools wird oft die Bezeichnung RSI(14) verwendet. Dies bedeutet, dass n = 14 ist, d.h. es werden zum Beispiel die Schlusskurse der letzten 14 Handelstage betrachtet.
Es werden nun zunächst die Summen aller gestiegenen Schlusskurse (Differenz zum Vortag) berechnet sowie die Summen aller gefallenen Schlusskurse (Differenz zum Vortag. Dabei ist zu beachten, dass auch die Differenzen der gefallenen Schlusskurse ein positives Vorzeichen erhalten, d.h. es wird der Schlusskurs vom Vortag vom aktuellen Schlusskurs abgezogen, wenn der aktuelle Schlusskurs niedriger ist als der Schlusskurs am Vortag. In unten stehender Tabelle sind beispielhaft Schlusskurse des DAX Performance Index aufgelistet. Die Schlusskurse sind in grüner Schriftfarbe, wenn der aktuelle Schlusskurs des DAX höher liegt als der Schlusskurs am Vortag. Rote Schriftfarbe wird verwendet, wenn der aktuelle Schlusskurs des DAX tiefer liegt als am Vortag.

Zunächst erfolgt die Berechnung der Differenzen der Schlusskurse in zwei Spalten. In der Spalte mit der grünen Schriftfarbe sind nur die Differenzen der Schlusskurs aufgeführt, wenn der aktuelle Schlusskurs höher ist als der Schlusskurs am Vortag. Wenn der aktuelle Schlusskurs niedriger liegt als der Schlusskurs vom Vortag, wird der Wert auf 0 gesetzt.
In der Spalte mit der roten Schriftfarbe sind nur die Differenzen der Schlusskurse aufgeführt, wenn der aktuelle Schlusskurs niedriger als der Schlusskurs am Vortag. Wenn der Kurs gestiegen ist, wird der Wert auf 0 gesetzt. Hierbei ist zu beachten, dass die Differenzen immer positive Zahlenwerte ergeben.



Im nächsten Schritt werden die gebildeten Differenzen geglättet, indem ein einfacher gleitender Mittelwert über die letzten14 Tage berechnet wird. Dabei werden die Zellen mit den auf null gesetzten Werten bei der Mittelwertbildung mitberücksichtigt. Weiterhin ist zu beachten, dass die 14 Differenzen aus 15 Schlusskursen gebildet werden (aktueller Schlusskurs sowie die letzten 14 Schlusskurse zuvor).

Im obigen Fall beträgt die Summe aller gestiegenen Differenzen 537,09 und der Mittelwert unter Berücksichtigung aller zu null gesetzten Werte beträgt 38,36.
Die Summe aller gefallenen Differenzen beträgt 819,24 und der Mittelwert beträgt 58,52.

Da die Summe sowie der Mittelwert der gefallenen Kurse größer ist als die Summe bzw. der Mittelwert der gestiegenen Kurse, ist der Markt eher in dieser Situation überverkauft.

Der RSI wird nun aus den beiden Mittelwerten wie folgt berechnet:

RSI = 100 – 100 / ( 1 + RS) = 39,60

Mit

RS = Mittelwert der gestiegenen Kurse / Mittelwert der gefallenen Kurse = 0,6555

Der RSI kann sich zwischen den Extremwerten 0 und 100 bewegen. Besondere Bedeutung haben dabei die Werte 30 und 70. Allgemein spricht man bei einem RSI < 30 von einer überverkauften Situation und bei einem RSI > 70 von einer überkauften Situation.
Ein Durchschreiten der Grenze bei 30 bedeutet als charttechnisches Signal dass der Markt von Verkäufern dominiert wird und eine baldige Erholung des Kurses zu erwarten sein könnte. Umgekehrt ist mit Kursrückgängen zu rechnen, sobald der RSI den Wert 70 überschreitet.

In der Literatur sind auch die Grenzwerte bei 40/80 in steigenden, bullischen Märkten oder 20/60 in fallenden Märkten zu finden.